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Religiöse Serie: Frieden - Teil 1

„Suche Frieden“ ist das Leitwort für den Deutschen Katholikentag im kommenden Jahr in Münster. Das was wir alle haben, ist eine große Sehnsucht nach Frieden.

Krieg – ein Schreckenswort; es wird verbunden mit der Hoffnung, so etwas nie selbst erleben zu müssen! Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, dass seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen die denkbar kürzeste Formel für einen Willkommensgruß der Friedensgruß ist: Pax – Schalom – Salam.

In der Bibel begegnet einem oft die Formulierung „Der Friede sei mit dir!“ oder
„Der Friede sei mit euch!“. Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden.

Gewiss: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts! Frieden ist weit mehr als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt.

Frieden ist ein Geschenk

Unsere tiefe Sehnsucht nach Frieden ist deshalb mehr als der Wunsch, von Krieg verschont zu bleiben. Frieden ist – das realisieren wir heute mehr denn je – zuerst ein Geschenk. Wer im Frieden leben kann, ist mit Kostbarem beschenkt, vielleicht mit dem Kostbarsten, das ein Menschenleben zu bieten hat.

Dafür müssen wir uns aber auch einsetzen, daran müssen wir arbeiten und immer wieder neu nach Wegen zum Frieden suchen. Ich bin davon überzeugt, dass die Suche nach Frieden letztlich die Suche nach Gott ist, der uns Frieden schenkt und schenken wird.

Suche Frieden – das kann also auch bedeuten: Ich suche Frieden. Ich habe keinen Frieden. Stellen sie sich mal vor, an einem Schwarzen Brett ist ein Zettel angepinnt, auf dem steht: „Suche Frieden“ – neben anderen Zetteln mit „Suche WG“ oder „Suche Job während der Semesterferien“ oder „Suche Kindermädchen“.


Wer könnte diesen Zettel „Suche Frieden“ geschrieben haben?
 
Ein Student, der nach 14 Semestern auch die letzte Chance für einen Studienabschluss vertan hat und deshalb verzweifelt auf verlorene Jahre seines Lebens zurückschaut?

Eine aus Syrien geflüchtete Frau, die im Bürgerkrieg nicht nur ihrem Ehemann und alles Hab und Gut, sondern auch jede Hoffnung auf eine Zukunft für sich und ihre Kinder verloren hat?

Oder eine Frau aus der Nachbarschaft, die nicht die Kraft findet,
aus einer zerrütteten Ehe auszubrechen?

Ein Familienvater, der arbeitslos wurde und nicht mehr weiß wie er die Schulden begleichen soll?

Ein aus dem Kongo stammender junger Mann, der die Traumata seiner Erlebnisse als Kindersoldat nicht überwinden kann?

Vielleicht eine alte Frau, die seit Jahren im Streit mit ihren Kindern lebt?

Oder jemand der nicht über den Tod eines geliebten Menschen hinweg kommt?

Oder einer, der jeden Glauben an Gott und an das Gute in dieser Welt verloren hat?

Dem einem oder anderen dieser Menschen sind Sie vielleicht schon begegnet.

Der Psalm 34 macht Hoffnung, dass Frieden keine Illusion, sondern eine Möglichkeit, ein Versprechen, ein Geschenk, eine Aufgabe ist. Und dieser Friede hat dabei drei Dimensionen: Der Friede mit Gott, der Friede mit den Anderen und der Friede mit sich selbst.

• Der Friede mit Gott ist kein Friede, wenn Menschen versuchen, Gott zu spielen. Wenn Krieg im Namen Gottes geführt wird, ist es besonders grausam und hat nichts mit Gottes Willen zu tun. Der Friede mit Gott wird nicht nur dadurch gestiftet, dass sich Gott mit den Menschen versöhnt, sondern dadurch, dass die Menschen mit Gott versöhnt werden.

• Wir wünschen uns Frieden mit den Anderen, doch oft führen wir Krieg mit dem Anderem - wenn wir mit der irrigen Überzeugung leben, auf Kosten anderer leben zu dürfen, wenn Rechthaberei auf Spaltung und Verletzung aus ist. Es gibt genügend innerkirchliche, ökumenische, interreligiöse, gesellschaftliche, politische und interkulturelle Kriege die nicht sein müssten.

• Und als drittes suchen wir Frieden mit uns selbst, einen inneren Frieden. Es ist häufig ein Zerwürfnis mit sich selbst. Dann wenn wir uns selbst nicht annehmen können und uns nicht von Gott geliebt wissen. Es ist besonders grausam, wenn es als Krieg Gottes gegen das eigene Ich erlebt wird, als Strafe Gottes. Gott möchte, dass wir Heil werden.

Wir sind alle Gottes geliebte Kinder !

Der Bibel zufolge ist die Suche nach Frieden die Suche nach Gott und umgekehrt.

Die Herausforderung heute ist es, diese Suche stark zu machen, die intensiver wird, je tiefer der Friede Gottes in unserem Miteinander, in der Gemeinde, in unseren Gottesdiensten gespürt wird.

Seien wir uns mehr denn je bewusst, wir sind alle Gottes geliebte Kinder!
In Israel grüßt man sich heute noch „Shalom“, in islamischen Ländern „Salam“, also Friede.

Auch wir wünschen den Frieden. In der Messe tun wir das sogar mit den Worten „Friede sei mit dir“ (oder der Gebärde „Frieden“) und einem Händedruck.

Über diesen Friedensgruß können Sie in der nächsten Ausgabe von „epheta“ mehr lesen.

Rosemarie und Holger Meyer

Psalm 34:
Kommt, ihr Kinder, hört mir zu! Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.
Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?
Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede!
Meide das Böse, und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach.