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Gedanken zum Monat:
Mit dem Herzen sehen!



Liebe Leserinnen und Leser!

Ich möchte Ihnen heute ein kleines Gedicht von
Anastasius Grün vorstellen.

Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor
zur herrlichen Alpenwelt empor.
Der eine ging, weil‘s Mode just,
den andern trieb der Drang in der Brust.

Und als daheim nun wieder die zwei,
da rückt die ganze Sippe herbei,
da wirbelt‘s von Fragen ohne Zahl:
„Was habt ihr gesehn? Erzählt einmal!“

Der eine drauf mit Gähnen spricht:
„Was wir gesehn? Viel Rares nicht!
Ach, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Der andre lächelnd dasselbe spricht,
doch leuchtenden Blicks,
mit verklärtem Gesicht:
„Ei, Bäume, Wiesen, Bach und Hain
und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Sicher ahnen Sie bereits, warum ich dieses Gedicht ausgewählt habe. Es will uns auf etwas aufmerksam machen, das für uns alle von ganz großer Bedeutung sein kann.

Da sind diese zwei Wanderer, die eigentlich beide dieselben Dinge sehen. Und trotzdem gibt es einen großen Unterschied. Für den einen sind es halt die ganz alltäglichen Dinge, die man dort sehen kann. Nichts Besonderes.

Der zweite sieht das anders. Er sieht zwar auch diese Dinge, auch für ihn sind sie eigentlich alltäglich. Aber er sieht MEHR in diesen Dingen. Sein Blick geht tiefer. Der eine sieht nur mit den Augen. Der andere sieht auch mit dem Herzen.

Wer mit dem Herzen sieht, der sieht mehr. Oder wie es der bekannte französische Schriftsteller Antoine de Saint Exupery einmal formuliert hat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Mit dem Herzen sehen! Darum geht es! Dazu lade ich Sie heute ein! Im August können wir viel sehen: im Urlaub oder zuhause.

Nehmen Sie diese Idee mit für den Monat August. Versuchen Sie, die Menschen um uns herum und unsere Welt mit den Augen des Herzens zu sehen. Ich verspreche Ihnen: Sie werden staunen, wie viel Schönes Sie da entdecken!

Gott segne Sie und öffne Ihnen die Augen des Herzens!

Ihr
Pfarrer Christian Burkhardt




Gottes Geist ist die Luft zum Atmen

Am 25. Juni wurden in München drei junge Christinnen gefirmt. Über die Vorbereitung wurde in Epheta schon berichtet.



Diese drei sind jetzt volle Kirchenmitglieder. Sehr anschaulich zeigte Weihbischof Graf Rupert zu Stolberg, was der Heilige Geist bewirkt. Er stülpte über eine Kerze eine Glashaube, und klar… – das Licht ging aus. Der Sauerstoff war weg! So ist Gottes Geist. Er ist die Luft zum Atmen, der Sauerstoff für unser Leben, auch wenn wir es nicht merken.

Gebet und auch Gottesdienstgemeinde können uns wieder frische Luft geben. Auf dem Bild sieht man die Gefirmten mit einem bunten Stock in der Hand. Was bedeutet das? In der letzten Firmstunde hatte sich jede einen Stock aussuchen können und ihn bemalt. Ursprünglich werden solche Stöcke im Winter an den Straßen aufgestellt, um bei Schnee den Weg wieder zu finden. Für uns wurden die Stöcke zu einem Symbol für den Heiligen Geist. Gottes Geist ist Beistand. Er gibt uns Orientierung, Halt und Stärke.

Es war ein schönes Fest. Eines aber hat mich nachdenklich gemacht. Ein paar Wochen zuvor hatte mich eine Frau, die immer zu den Gehörlosengottesdiensten kommt, gefragt: „Darf ich bei der Firmung zum Gottesdienst kommen?“ „Ja, klar – alle sind eingeladen!“ antwortete ich.
Dennoch waren außer den Helfern und Helferinnen kaum Menschen der Gehörlosen-Gottesdienstgemeinde da. Ich vermute, dass wir noch zu wenig Gemeindebewusstsein haben, nicht nur in München.

Es gibt die Gehörlosengottesdienste – in der Regel immer zur selben Zeit am selben Ort. Die Feste  Weihnachten und Ostern sind noch im Blick. Dazu kommen auch mal andere. Aber die Sakramente werden sehr individuell gesehen. Taufe, Kommunion, Firmung sind Familienangelegenheiten. Aber gerade diese Feste haben zu tun mit Gemeinde, mit dem Dazugehören zu einer christlichen Gemeinschaft.

Ich denke, das ist auch noch ein Lernprozess. Ich würde mir wünschen, wenn sich immer mehr taube Menschen auch als gebärdensprachliche Gemeinde sehen und begreifen würden, dass es schön ist, taub und katholisch zu sein und als Kirchengemeinde den Geist Gottes weiterzugeben.

Angelika Sterr